Nach Indien und Thailand hat nun auch Südkorea Handelsmaßnahmen gegen chinesische PVC-Exporte eingeleitet. Laut südkoreanischen Medienberichten vom 8. Juli 2026 veröffentlichte die koreanische Handelskommission die Bekanntmachung Nr. 2026-13 und leitete damit eine Antidumpinguntersuchung gegen in China hergestellte PVC-Harze in Suspensionsqualität ein, um Dumpingvorwürfe und Schäden für die heimische Industrie zu überprüfen. Die Untersuchung konzentriert sich auf zwei große chinesische Chemieunternehmen: Tianjin Bohua und Wanhua Chemical.
Offizielle Handelsdaten zeigen, dass Chinas PVC-Exportmengen nach Südkorea drastisch gestiegen sind: 10.900 Tonnen im Jahr 2023, 14.400 Tonnen im Jahr 2024 und 40.400 Tonnen im Jahr 2025.
Sollte sich der Vorwurf des Dumpings im endgültigen Urteil bestätigen, könnte Südkorea Antidumpingzölle auf chinesisches PVC erheben. Zuvor hatte Südkorea bereits ein endgültiges Urteil zu PVC-Pastenharzen aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und Schweden gefällt und darin Antidumpingzölle zwischen 25,79 % und 31,55 % vorgeschlagen.
Die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben zu einem rasanten Anstieg der internationalen Rohölpreise geführt. Sowohl die Referenzsorten WTI als auch Brent stiegen zwei Tage in Folge und trieben damit die Produktionskosten entlang der gesamten chemischen Wertschöpfungskette in die Höhe.
Die Terminkurse für inländische Chemikalien setzten ihren Aufwärtstrend fort: Rohöl +3,95 %, Kunststoffe +1,97 %, Styrol +1,53 %, Paraxylen +1,21 %, Propylen +1,05 %. PVC, PET (für Flaschen) und PP verzeichneten ebenfalls unterschiedliche Kursgewinne.
Am Spotmarkt befeuerten Sorgen über geopolitische Konflikte spekulative Käufe. Große Hersteller wie Lihuayi, Dagu und Ningbo Formosa Plastics erhöhten die ABS-Preise um 200–600 RMB pro Tonne. Die Preise für ABS, PE, PP, PC und andere Kunststoffe stiegen weiter.
Xinhua zitierte jedoch US-Medienberichte vom 9. Juli, wonach US-Präsident Trump erklärt habe, der Iran habe kürzlich Kontakt zu Washington aufgenommen und sei an einem Abkommen interessiert. Diese Nachricht könnte die Befürchtungen des Marktes vor einer weiteren Eskalation des Konflikts lindern, und der durch spekulative Käufe in den letzten zwei Tagen ausgelöste Preisanstieg bei Rohstoffen dürfte sich allmählich verlangsamen.
Veröffentlichungsdatum: 14. Juli 2026

