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Marktnachrichten | Südkorea legt Ethylenanlage mit 1,39 Mio. Tonnen Kapazität endgültig still; Überangebot an inländischer Wasserstoffkapazität droht, PE-Preis schwankt zwischen 50 und 200 RMB/Tonne, ABS steigt um 130 RMB/Tonne

Die südkoreanischen Behörden genehmigten am 22. Juli einen umfassenden Restrukturierungsplan: Die beiden Ethylenanlagen von YNCC in Yeosu (1,39 Mio. t/Jahr) werden endgültig stillgelegt. Durch die Stilllegung reduziert sich die Ethylenkapazität von YNCC um über 60 % und damit die gesamte nationale Ethylenkapazität Südkoreas auf einen Schlag um fast 10 %.

Nahezu alle großen südkoreanischen Petrochemieunternehmen haben in den letzten zwei Jahren Verluste erlitten. Ihre Anlagen sind stark von importiertem Naphtha abhängig und weisen keine Kostenvorteile auf.

Die Regierung strebt freiwillige Kapazitätskürzungen bei der Ethylenproduktion von 2,7–3,7 Mio. Tonnen pro Jahr an, was etwa 25 % der Gesamtkapazität von 14,7 Mio. Tonnen pro Jahr entspricht. Die Ziellücke besteht weiterhin; die veralteten Cracker bei KPIC und SK Geocentric sind die nächsten Kandidaten für eine Stilllegung.

Im Inland gingen im ersten Halbjahr lediglich 1 Mio. Tonnen neue PE-Kapazität ans Netz, deutlich weniger als im Vorjahr. Störungen im Schiffsverkehr im Nahen Osten und konzentrierte Wartungsarbeiten an inländischen Anlagen trugen zur Entspannung der Angebots- und Nachfragespannungen bei.

Im zweiten Halbjahr wird in China eine neue PE-Anlage mit einer Kapazität von 5 Mio. Tonnen in Betrieb genommen: Tarim Phase II FDPE befindet sich im Testbetrieb und soll im Juli/August anlaufen; Shandong New Times LLDPE ist vollständig errichtet und produktionsbereit. Huajin Aramco, Baofeng Phase IV und China Coal Yulin werden im vierten Quartal in Betrieb gehen.

Steigende geopolitische Risiken trieben den Rohölpreis vier Tage in Folge in die Höhe und stützten damit die Kosten für Private Equity. Gleichzeitig beginnt jedoch die traditionelle Nebensaison mit schwacher Lagerauffüllung bei den Endverbrauchern, was zu einem Tauziehen zwischen hohen Kosten und schwacher Nachfrage führt.

Der globale Rohölpreis stieg weiter und trieb damit heute alle inländischen Chemie-Futures nach oben: Rohöl +4,14 % (größter Gewinner), Styrolmonomer +2,88 %, Kunststoffe +2,15 %, Benzol +1,96 %, PX & PP +1,86 %, Propylen +1,7 % und diverse Kunststoffe +0,64 %. Polyesterchips, Stapelfasern und PTA legten ebenfalls in unterschiedlichem Maße zu.

Markt1


Veröffentlichungsdatum: 24. Juli 2026