Die PP-Preise blieben im zweiten Quartal aufgrund eines knappen Angebots, bedingt durch zwei Hauptfaktoren, hoch. Umfangreiche Wartungsarbeiten an großen Raffinerien ließen die Auslastung der Branche unter 70 % sinken. Gleichzeitig trieben eskalierende geopolitische Konflikte die Rohstoffkosten in die Höhe; einige Produzenten reduzierten ihre Produktionskapazitäten oder stellten die Produktion aufgrund von Verlusten ein, während mehrere neue PP-Projekte auf das dritte Quartal verschoben wurden. Entgegen den Erwartungen einer Produktionsausweitung war das Angebot im zweiten Quartal begrenzt.
Für Juli bis September wird ein deutlicher Angebotsanstieg erwartet. Große stillgelegte Anlagen werden ab Ende Juni den Betrieb wieder aufnehmen. Über 3 Millionen Tonnen neuer PP-Kapazitäten in Ost-, Süd- und Nordostchina sollen in Betrieb gehen. Die Entspannung der geopolitischen Spannungen wird die internationalen Rohstoffpreise senken und die Rentabilität von Importen verbessern, was zu mehr Importen führen wird. Die drei Angebotssteigerungen werden im dritten Quartal zusammenlaufen.
Die Marktentwicklung hängt von der Nachfrage in nachgelagerten Bereichen und den Schwankungen der Rohstoffkosten ab. Traditionelle Endverbraucherbranchen wie die Verarbeitung von gewebtem Kunststoff, BOPP und Spritzguss weisen derzeit keine stabilen Aufträge auf, und die sommerliche Nebensaison bremst die Nachfrageentwicklung; die bestehende, starre Nachfrage kann neue Lieferungen kaum aufnehmen. Wiederauflebende geopolitische Risiken könnten die Kosten erhöhen, um den Angebotsdruck auszugleichen, doch ist ein solches Szenario angesichts der aktuellen Trends unwahrscheinlich.
Kurz gesagt, stützten Instandhaltungsarbeiten und geopolitische Entwicklungen den PP-Markt im ersten Halbjahr und glichen den Angebotsdruck aus. Da diese Stütze im dritten Quartal durch die Wiederherstellung alter Kapazitäten und die Inbetriebnahme neuer Produktionslinien nachlässt, wird sich die PP-Preisgestaltung von kosten- zu angebots- und nachfrageorientiert verlagern, und Bestandsveränderungen werden die zukünftigen Preistrends und die Konsolidierung der Industriekapazitäten bestimmen.
Veröffentlichungsdatum: 05.06.2026

