Biaxial orientierte Polypropylenfolie (BOPP) ist eine flexible Verpackungsfolie. Die BOPP-Überziehfolie wird in Maschinen- und Querrichtung verstreckt. Dadurch ergibt sich eine Ausrichtung der Molekülketten in beiden Richtungen.
Diese Art von flexibler Verpackungsfolie wird in einem Schlauchverfahren hergestellt. Eine schlauchförmige Folienblase wird aufgeblasen und bis zu ihrem Erweichungspunkt (nicht zu verwechseln mit dem Schmelzpunkt) erhitzt und anschließend maschinell gedehnt. Die Folie lässt sich dabei um 300 % bis 400 % dehnen.
Alternativ kann die Folie auch mittels eines sogenannten Spannrahmenverfahrens gestreckt werden. Bei dieser Technik werden die Polymere auf eine gekühlte Gießwalze (auch Basisfolie genannt) extrudiert und in Maschinenrichtung gezogen. Für die Herstellung dieser Folie werden mehrere Walzensätze verwendet.
Beim Spannrahmenverfahren wird die Folie im Allgemeinen 4,5:1 in Maschinenrichtung und 8,0:1 quer zur Filmrichtung gedehnt. Die Verhältnisse sind jedoch vollständig einstellbar.
Das Spannrahmenverfahren ist gebräuchlicher als das Rohrverfahren. Es erzeugt eine hochglänzende, klare Folie. Die biaxiale Ausrichtung erhöht die Festigkeit und führt zu überlegener Steifigkeit, verbesserter Transparenz und hoher Beständigkeit gegen Öl und Fett.
BOPP-Folie zeichnet sich zudem durch verbesserte Barriereeigenschaften gegenüber Wasserdampf und Sauerstoff aus. Schlagfestigkeit und Biegerissbeständigkeit sind bei BOPP im Vergleich zu Polypropylen-Schrumpffolie deutlich besser.
Biaxial orientierte Polypropylen-Überziehfolien werden am häufigsten für Lebensmittelverpackungen verwendet. Sie ersetzen Zellophan zunehmend in Anwendungsbereichen wie Snack- und Tabakverpackungen. Dies ist vor allem auf ihre überlegenen Eigenschaften und die geringeren Kosten zurückzuführen.
Viele Unternehmen entscheiden sich für BOPP anstelle herkömmlicher Schrumpffolien, da BOPP verbesserte Eigenschaften und Leistungsfähigkeit aufweist, die denen von Standard-Flexverpackungsfolien überlegen sind.
Es ist zu beachten, dass das Heißsiegeln von BOPP-Folien schwierig ist. Dies lässt sich jedoch erleichtern, indem die Folie nach der Verarbeitung mit einem heißsiegelfähigen Material beschichtet oder vor der Verarbeitung mit einem Copolymer koextrudiert wird. Dadurch entsteht eine mehrschichtige Folie.
Veröffentlichungsdatum: 04.04.2023

