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Was sind die Eigenschaften von Polypropylen (PP)?

Zu den wichtigsten Eigenschaften von Polypropylen gehören:
1. Chemische Beständigkeit: Verdünnte Basen und Säuren reagieren nicht leicht mit Polypropylen, was es zu einer guten Wahl für Behälter solcher Flüssigkeiten macht, wie z. B. Reinigungsmittel, Erste-Hilfe-Produkte und mehr.
2. Elastizität und Zähigkeit: Polypropylen verhält sich in einem bestimmten Verformungsbereich elastisch (wie alle Materialien), zeigt aber auch frühzeitig plastische Verformung. Daher gilt es allgemein als zähes Material. Zähigkeit ist ein technischer Begriff und beschreibt die Fähigkeit eines Materials, sich plastisch (nicht elastisch) zu verformen, ohne zu brechen.
3. Dauerfestigkeit: Polypropylen behält seine Form auch nach starker Torsion, Biegung und/oder Verformung. Diese Eigenschaft ist besonders wertvoll für die Herstellung von Filmscharnieren.
4. Isolierung: Polypropylen besitzt eine sehr hohe elektrische Beständigkeit und ist daher sehr gut für elektronische Bauteile geeignet.
5. Lichtdurchlässigkeit: Polypropylen kann zwar transparent hergestellt werden, ist aber üblicherweise von Natur aus undurchsichtig. Es eignet sich für Anwendungen, bei denen eine gewisse Lichtdurchlässigkeit wichtig oder ästhetisch ansprechend ist. Wird eine hohe Lichtdurchlässigkeit benötigt, sind Kunststoffe wie Acryl oder Polycarbonat die bessere Wahl.
Polypropylen zählt zu den thermoplastischen (im Gegensatz zu duroplastischen) Werkstoffen. Diese Einteilung hängt mit dem Verhalten des Kunststoffs bei Wärmeeinwirkung zusammen. Thermoplastische Werkstoffe verflüssigen sich an ihrem Schmelzpunkt (im Fall von Polypropylen etwa 130 Grad Celsius).
Ein wesentlicher Vorteil von Thermoplasten ist, dass sie bis zu ihrem Schmelzpunkt erhitzt, abgekühlt und erneut erhitzt werden können, ohne dass es zu einer nennenswerten Materialverschlechterung kommt. Anstatt zu verbrennen, verflüssigen sich Thermoplaste wie Polypropylen, wodurch sie sich leicht spritzgießen und anschließend recyceln lassen.
Im Gegensatz dazu können Duroplaste nur einmal erhitzt werden (typischerweise beim Spritzgießen). Die erste Erhitzung führt zur Aushärtung des Duroplasts (ähnlich wie bei einem Zweikomponenten-Epoxidharz), wodurch eine unumkehrbare chemische Veränderung entsteht. Würde man versuchen, einen Duroplast ein zweites Mal stark zu erhitzen, würde er verbrennen. Aufgrund dieser Eigenschaft eignen sich Duroplaste nur bedingt zum Recycling.


Veröffentlichungsdatum: 19. August 2022