Am 28. Juni wurden die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie gelockert, die pessimistische Markteinschätzung der Vorwoche verbesserte sich deutlich, der Rohstoffmarkt erholte sich allgemein und die Spotpreise zogen landesweit an. Mit der Preiserholung verringerte sich der Preisvorteil aus der Basispreisstrategie allmählich, und die meisten Transaktionen wurden als Sofortgeschäfte abgewickelt. Das Marktumfeld war teilweise besser als am Vortag, doch der Verkauf von Waren zu hohen Preisen gestaltete sich schwierig, und insgesamt stagnierte das Handelsvolumen.
Fundamental betrachtet ist die Nachfrageentwicklung schwach. Die Hochsaison ist vorbei, es regnet großflächig, und die Nachfrage bleibt hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere auf der Angebotsseite ist der Lagerbestand saisonbedingt weiterhin hoch, was den Preisdruck erhöht. Die Situation, in der hohe Erwartungen und eine schwache Realität aufeinandertreffen, braucht Zeit, um sich zu erholen.
Gleichzeitig fiel der Rohölpreis stark, und der Preis für Calciumcarbid sank weiter, wodurch die Kostenstützung für PVC nachließ. Unternehmen, die Calciumcarbid im Ausland abbauen, verzeichnen derzeit Verluste. Angesichts der Unterbewertung und der Gewinne von PVC könnte sich bei anhaltenden Branchenverlusten die Anlaufkosten dämpfen. Da die PVC-Anlaufkosten aufgrund von Wartungsarbeiten ohnehin auf einem hohen Niveau liegen, dürfte der Markt kurzfristig weiterhin angebotsseitig gestützt werden. Zudem hält die Energiekrise im Ausland an. In China beginnt derzeit der Sommer. Mit dem bevorstehenden Stromverbrauchsmaximum kursieren Gerüchte über mögliche Stromrationierungen in Ulanqab. Sollten Calciumcarbid-Unternehmen Verluste erleiden, könnten sich die Fundamentaldaten für Rohcalciumcarbid verbessern.
Veröffentlichungsdatum: 29. Juni 2022
