Laut dem Nationalen Statistikamt sanken die Erzeugerpreise der Industrie im Juni 2023 im Jahresvergleich um 5,4 % und im Monatsvergleich um 0,8 %. Die Einkaufspreise der Industrieunternehmen gingen im Jahresvergleich um 6,5 % und im Monatsvergleich um 1,1 % zurück. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sanken die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1 % und die Einkaufspreise um 3,0 %. Dabei fielen die Preise in der Rohstoffindustrie um 6,6 %, in der verarbeitenden Industrie um 3,4 %, in der chemischen Rohstoff- und Chemieindustrie um 9,4 % und in der Gummi- und Kunststoffindustrie um 3,4 %.
Aus übergeordneter Sicht sanken die Preise der verarbeitenden Industrie und der Rohstoffindustrie im Jahresvergleich weiter, wobei der Rückgang der Rohstoffpreise stärker ausfiel und die Differenz zwischen beiden weiter zunahm. Dies deutet darauf hin, dass die verarbeitende Industrie ihre Gewinne aufgrund des relativ schnellen Preisverfalls der Rohstoffe weiter steigern konnte. Betrachtet man die einzelnen Teilbranchen, so sanken auch die Preise für synthetische Materialien und Kunststoffprodukte parallel. Die Gewinne der Kunststoffprodukte verbesserten sich aufgrund des beschleunigten Preisrückgangs bei den synthetischen Materialien weiter. Im Hinblick auf den Preiszyklus führt ein weiterer Rückgang der Preise für vorgelagerte synthetische Materialien zu einer weiteren Steigerung der Gewinne der Kunststoffprodukte. Dies wiederum treibt die Preise für synthetische Materialien in die Höhe, und die Preise für Polyolefin-Rohstoffe steigen mit den Gewinnen der nachgelagerten Branchen.
Veröffentlichungsdatum: 24. Juli 2023
