Aufgrund zunehmender globaler Handelskonflikte und -barrieren sind PVC-Produkte auf ausländischen Märkten mit Antidumpingmaßnahmen, Zöllen und politischen Standards sowie mit den Auswirkungen von Schwankungen der Transportkosten aufgrund geografischer Konflikte konfrontiert.
Das inländische PVC-Angebot wird weiter wachsen, die Nachfrage wird jedoch durch die schwache Abschwächung des Wohnungsmarktes beeinträchtigt. Die inländische Eigenversorgungsquote von PVC erreichte 109 %. Der Außenhandel wird zum wichtigsten Mittel, um den inländischen Angebotsdruck auszugleichen. Aufgrund des globalen und regionalen Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage ergeben sich bessere Exportmöglichkeiten, doch mit zunehmenden Handelshemmnissen steht der Markt vor Herausforderungen.
Statistiken zeigen, dass die inländische PVC-Produktion von 2018 bis 2023 einen stetigen Wachstumstrend aufwies und von 19,02 Millionen Tonnen im Jahr 2018 auf 22,83 Millionen Tonnen im Jahr 2023 anstieg. Der Inlandsverbrauch konnte jedoch nicht im gleichen Maße wachsen. Während der Zeitraum von 2018 bis 2020 ein Wachstum verzeichnete, ging der Verbrauch ab 2021 bis 2023 zurück. Das angespannte Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Inlandsmarkt führte schließlich zu einem Überangebot.
Anhand der inländischen Selbstversorgungsrate lässt sich auch erkennen, dass diese vor 2020 bei etwa 98-99 % lag, nach 2021 jedoch auf über 106 % anstieg und PVC einem größeren Angebotsdruck als der Inlandsnachfrage ausgesetzt war.
Der inländische Überschuss an PVC hat sich ab 2021 rapide von negativ zu positiv gewendet und beträgt mehr als 1,35 Millionen Tonnen; aus Sicht der Exportmarktabhängigkeit stieg diese nach 2021 von 2-3 Prozentpunkten auf 8-11 Prozentpunkte.
Wie die Daten zeigen, steht der heimische PVC-Markt vor einer widersprüchlichen Situation: Angebot und Nachfrage verlangsamen sich, was den Wachstumstrend der ausländischen Exportmärkte begünstigt.
Aus Sicht der Exportländer und -regionen wird chinesisches PVC hauptsächlich nach Indien, Südostasien, Zentralasien und in andere Länder und Regionen exportiert. Indien ist dabei Chinas größter Exportmarkt, gefolgt von Vietnam und Usbekistan. Auch die Nachfrage in anderen Ländern steigt rasant. PVC wird hauptsächlich in der Rohr-, Folien- sowie Draht- und Kabelindustrie eingesetzt. Darüber hinaus findet PVC, das aus Japan, Südamerika und anderen Regionen importiert wird, vorwiegend Verwendung im Bauwesen, in der Automobilindustrie und weiteren Branchen.
Chinas PVC-Exporte basieren hinsichtlich der Exportstruktur hauptsächlich auf Primärprodukten wie PVC-Partikeln, PVC-Pulver und PVC-Pastenharz, die über 60 % der Gesamtexporte ausmachen. Darauf folgen diverse synthetische Produkte aus PVC-Primärprodukten, wie PVC-Bodenbeläge, PVC-Rohre, PVC-Platten und PVC-Folien, die etwa 40 % der Gesamtexporte ausmachen.
Angesichts zunehmender globaler Handelskonflikte und -barrieren sehen sich PVC-Produkte auf ausländischen Märkten mit Antidumpingmaßnahmen, Zöllen und politischen Vorgaben sowie den Auswirkungen von durch geografische Konflikte bedingten Schwankungen der Transportkosten konfrontiert. Anfang 2024 schlug Indien Antidumpinguntersuchungen auf importiertes PVC vor. Nach aktuellem Kenntnisstand der Behörden ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Gemäß den einschlägigen Bestimmungen wird die Antidumpingzollpolitik voraussichtlich im ersten bis dritten Quartal 2025 in Kraft treten. Es kursieren Gerüchte über eine Umsetzung bereits im Dezember 2024, die jedoch noch nicht bestätigt sind. Unabhängig vom Zeitpunkt der Einführung oder der Höhe der Zölle wird sich dies negativ auf Chinas PVC-Exporte auswirken.
Ausländische Investoren befürchten die Einführung indischer Antidumpingzölle, was kurz vor der Einfuhr zu einem Nachfragerückgang nach chinesischem PVC auf dem indischen Markt führen könnte. Dies könnte dazu führen, dass Unternehmen ihre Beschaffungsmaßnahmen reduzieren oder umgehen, was sich negativ auf die Gesamtexporte auswirkt. Die BIS-Zertifizierungsrichtlinie wurde im August verlängert, und angesichts der aktuellen Lage und des Zertifizierungsfortschritts ist eine Fortsetzung der Verlängerung bis Ende Dezember nicht ausgeschlossen. Sollte die indische BIS-Zertifizierungsrichtlinie nicht verlängert werden, hätte dies direkte negative Auswirkungen auf Chinas PVC-Exporte. Chinesische Exporteure sind daher gezwungen, die indischen BIS-Zertifizierungsstandards zu erfüllen, um Zugang zum indischen Markt zu erhalten. Da die meisten inländischen PVC-Exporte nach dem FOB-Prinzip abgerechnet werden, haben die gestiegenen Transportkosten die Kosten für Chinas PVC-Exporte erhöht und den Preisvorteil von Chinas PVC auf dem internationalen Markt geschwächt.
Das Volumen der Muster-Exportaufträge ging zurück, und die Exportaufträge werden voraussichtlich weiterhin schwach bleiben, was das Exportvolumen von PVC aus China weiter einschränkt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass die USA Zölle auf chinesische Exporte erheben, was die Nachfrage nach PVC-Produkten wie Pflastermaterialien, Profilen, Platten, Spielzeug, Möbeln, Haushaltsgeräten und anderen Bereichen voraussichtlich schwächen wird. Die konkreten Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Um diesen Risiken zu begegnen, wird inländischen Exporteuren daher empfohlen, ihre Märkte zu diversifizieren, die Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern und weitere internationale Märkte zu erschließen sowie die Produktqualität zu verbessern.
Veröffentlichungsdatum: 04.11.2024
