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Der globale PP-Markt steht vor zahlreichen Herausforderungen.

Marktteilnehmer prognostizierten kürzlich, dass die Angebots- und Nachfragegrundlagen des globalen Polypropylen-Marktes (PP) in der zweiten Jahreshälfte 2022 mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sein werden. Zu den wichtigsten zählen die COVID-19-Pandemie in Asien, der Beginn der Hurrikansaison in Amerika und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Darüber hinaus könnte die Inbetriebnahme neuer Produktionsanlagen in Asien die Marktstruktur von PP beeinflussen.

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Sorgen um PP-Überangebot in Asien. Marktteilnehmer von S&P Global gaben an, dass aufgrund des Überangebots an Polypropylenharz auf dem asiatischen Markt die Produktionskapazitäten in der zweiten Jahreshälfte 2022 und darüber hinaus weiter ausgebaut werden. Die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie auf die Nachfrage könnten den asiatischen PP-Markt vor Herausforderungen stellen.

Für den ostasiatischen Markt prognostiziert S&P Global, dass in der zweiten Jahreshälfte insgesamt 3,8 Millionen Tonnen neue PP-Produktionskapazität in Ostasien in Betrieb genommen werden und im Jahr 2023 weitere 7,55 Millionen Tonnen neue Produktionskapazität hinzukommen werden.

Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass die anhaltenden Hafenengpässe in der Region zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme mehrerer Produktionsanlagen aufgrund von Pandemiebeschränkungen geführt haben, was Zweifel an der Zuverlässigkeit der Kapazitätsbereitstellung aufkommen lässt. Ostasiatische Händler sehen weiterhin Exportmöglichkeiten nach Südasien und Südamerika, solange die Ölpreise stabil bleiben, so die Quellen. Chinas PP-Industrie wird dabei kurz- und mittelfristig das globale Angebotsmuster verändern, und zwar möglicherweise schneller als erwartet. Da Singapur in diesem Jahr keine Kapazitätserweiterungen plant, könnte China Singapur schließlich als drittgrößten PP-Exporteur in Asien und dem Nahen Osten überholen.

Nordamerika ist besorgt über die sinkenden Propylenpreise. Der US-PP-Markt war im ersten Halbjahr maßgeblich von anhaltenden Problemen in der Binnenlogistik, einem Mangel an Spotangeboten und unwettbewerbsfähigen Exportpreisen geprägt. Der US-Inlandsmarkt und der Export von PP werden im zweiten Halbjahr mit Unsicherheiten konfrontiert sein, und die Marktteilnehmer konzentrieren sich zudem auf die möglichen Auswirkungen der Hurrikansaison in der Region. Während die US-Nachfrage die meisten PP-Harze stetig aufgenommen und die Vertragspreise stabil gehalten hat, diskutieren die Marktteilnehmer weiterhin über Preisanpassungen, da die Spotpreise für Polypropylen in Polymerqualität sinken und die Harzkäufer Preissenkungen fordern.

Dennoch bleiben die Marktteilnehmer in Nordamerika angesichts des steigenden Angebots vorsichtig. Die neue Produktion in Nordamerika im vergangenen Jahr konnte die Region aufgrund niedrigerer externer PP-Preise nicht wettbewerbsfähiger gegenüber traditionellen Importregionen wie Lateinamerika machen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es aufgrund höherer Gewalt und der Modernisierung mehrerer Anlagen nur wenige Spotangebote von Lieferanten.

Der europäische PP-Markt wird von vorgelagerten Problemen getroffen

Laut S&P Global dürfte der Preisdruck im vorgelagerten Bereich den europäischen PP-Markt auch in der zweiten Jahreshälfte weiterhin verunsichern. Marktteilnehmer befürchten eine anhaltend schwache Nachfrage in den nachgelagerten Bereichen, insbesondere in der Automobilindustrie und bei der persönlichen Schutzausrüstung. Der anhaltende Preisanstieg für recyceltes PP könnte die Nachfrage nach PP-Harz ankurbeln, da Käufer vermehrt auf günstigere Neuware zurückgreifen. Steigende Kosten im vorgelagerten Bereich bereiten dem Markt mehr Sorgen als steigende Kosten in den nachgelagerten Bereichen. In Europa trieben Schwankungen des Vertragspreises für Propylen, einen wichtigen Rohstoff, den Preis für PP-Harz im ersten Halbjahr in die Höhe. Unternehmen bemühten sich, die gestiegenen Rohstoffpreise an die nachgelagerten Bereiche weiterzugeben. Zusätzlich treiben logistische Schwierigkeiten und hohe Energiepreise die Preise weiter an.

Marktteilnehmer gaben an, dass der russisch-ukrainische Konflikt weiterhin ein Schlüsselfaktor für die Veränderungen auf dem europäischen PP-Markt sein wird. Im ersten Halbjahr gab es kein russisches PP-Harzmaterial auf dem europäischen Markt, was Händlern aus anderen Ländern Spielraum verschaffte. Darüber hinaus geht S&P Global davon aus, dass der türkische PP-Markt aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten auch im zweiten Halbjahr mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird.


Veröffentlichungsdatum: 28. September 2022