Die internationalen Frachtraten für Polyolefine zeigten vor dem Ausbruch der Krise im Roten Meer Mitte Dezember einen schwachen und volatilen Trend. Grund dafür waren die vermehrten internationalen Feiertage zum Jahresende und der damit einhergehende Rückgang der Transaktionsaktivität. Mitte Dezember eskalierte die Krise im Roten Meer, und große Reedereien kündigten sukzessive Umleitungen zum Kap der Guten Hoffnung in Afrika an, was zu Routenverlängerungen und Frachtratenanstiegen führte. Von Ende Dezember bis Ende Januar stiegen die Frachtraten deutlich an und hatten sich bis Mitte Februar im Vergleich zu Mitte Dezember um 40 bis 60 % erhöht.
Der lokale Seetransport verläuft nicht reibungslos, und die gestiegenen Frachtkosten haben den Warenfluss beeinträchtigt. Zudem ist das Handelsvolumen von Polyolefinen im ersten Quartal der vorgelagerten Wartungssaison im Nahen Osten stark zurückgegangen, während die Preise in Europa, der Türkei, Nordafrika und anderen Regionen ebenfalls gestiegen sind. Solange die geopolitischen Konflikte nicht vollständig gelöst sind, ist zu erwarten, dass die Frachtraten kurzfristig weiterhin stark schwanken werden.
Produktionsstillstände und Wartungsarbeiten führen zu einer weiteren Verknappung der Lieferkapazitäten. Neben Europa, dem wichtigsten Rohstofflieferanten in Europa, verfügt derzeit auch der Nahe Osten über zahlreiche Wartungsanlagen, was das Exportvolumen der Region begrenzt. Unternehmen wie Rabig aus Saudi-Arabien und APC planen Wartungsarbeiten im ersten Quartal.
Veröffentlichungsdatum: 11. März 2024
