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Europas Chemiesektor: Möglicher Wandel vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur

Branchenkenner beobachten, dass mit dem schwindenden Einfluss Europas auf dem Chemiemarkt die globalen Handelsströme zunehmend in Richtung der aufstrebenden asiatischen Märkte verlagert werden, wobei Asien (insbesondere der Nahe Osten) seine Position als führender Chemieexporteur festigt. Dieser Trend könnte Europa langfristig dazu veranlassen, vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur von Chemikalien zu werden.

Der europäische Chemiemarkt befindet sich in einem anhaltenden Abschwung. Stefan Schnabel von der deutschen Helm AG weist darauf hin, dass die schrumpfende Erwerbsbevölkerung und der Abfluss von Konsumausgaben die lokale Nachfrage geschwächt und damit Überschussregionen wie dem Nahen Osten und Ostasien begünstigt haben. Udo Lange von Stolt-Nielsen ergänzt, dass die europäische Chemieindustrie Kapitalabflüsse, Werksschließungen und minimale Neuinvestitionen vor Ort verzeichnet – kurzfristige Kapitalrenditen seien unwahrscheinlich. Er prognostiziert, dass sich Europa stärker auf Spezialchemikalien konzentrieren und die Produktion von Basischemikalien schrittweise einstellen wird.

Im Jahr 2026 soll in der EU nur eine einzige Chemieanlage in Betrieb gehen: der Ethylen-Cracker der INEOS-Gruppe in Antwerpen, Belgien, mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Veröffentlichungsdatum: 06.01.2026